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Denkanstoß: Christenverfolgung

Ich bin Jesus, den du verfolgst!

Liest man heute von Christenverfolgung, stehen meist Bilder radikalisierter Angehöriger anderen Weltreligionen vor Augen. Menschen, die Andersdenkende und Andersgläubige als Geiseln nehmen, in die Flucht treiben oder kaltblütig töten.

Ein Blick zurück: Ein gläubiger Christ wird gesteinigt! Daneben steht ein junger Mann und freut sich darüber. Ein solches Verhalten wirkt abstoßend – empört verurteilen wir ihn. Jesu Liebe geht weiter – er geht dem Mann nach. Er begegnet ihm, spricht zu ihm und stellt sich vor: „Ich bin Jesus, den du verfolgst!“ Christus, der Verfolgte, schenkt dem Verfolger Gnade. Aus dem Verfolger wird ein Nachfolger, aus Saulus wird Paulus. Und muss bald erleben, dass er selbst verfolgt wird. Verfolgt, wie sein Meister Christus. Verfolgt mit aller Konsequenz - bis zum Tod!

Wer verfolgte ihn? Muslime können es nun wirklich nicht gewesen sein; Mohammed wurde 570 n.Chr. geboren. Man darf auch nicht auf die Verfolger aus seinem Volk verweisen und damit das ganze Volk aburteilen. Es waren, um mit heutigen Worten zu sprechen, radikalisierte Fanatiker. Auch heute ist bei der Verfolgung und Bedrohung Andersgläubiger nicht entscheidend, ob der Mensch an Allah, an den Gott der Christen oder an Jahwe glaubt. Es ist, wiederholen wir‘s, radikaler Fanatismus, der Andersdenkende und Gläubige verletzt, ihnen mit Gewalt begegnet bis hin zum grausamen Mord.

Nun ein Blick in den Katechismus: „ Die NAK und ihre Mitglieder (das sind übrigens du und ich!) achten die Religionsausübung anderer Menschen und enthalten sich abwertender Äußerungen über Andersgläubige (…). Jede Art von Fanatismus lehnt die Kirche ab!“ Was geht uns das an? Wir schießen doch nicht auf andere, wir erstechen doch niemanden und verfolgen auch keinen. Aber: Fängt es nicht schon früher an? Kann man nicht auch mit Worten verletzen, einen Anderen bashen, Rufmord begehen? Das Ablästern bei Facebook, die kleine ironische Spitze bei WhatsApp, der abwertende Witz über Kippa und Burka…

Ist es abwegig, in diesem Zusammenhang an Matthäus 25,40 zu denken?Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!Diese Aufforderung zur Liebe zu Christus ist untrennbar mit der Liebe zum Nächsten verbunden. Wie sagte der Stammapostel in Luxemburg? „Unseren Nächsten können wir uns nicht aussuchen!“ Es ist dein Klassenkamerad, dein Kommilitone, dein Kollege – ob Muslim, Christ, Atheist. „…einer unter diesen meinen geringsten Brüdern“ – gilt das wirklich nur uns in der neuapostolischen Jugend Wiesbadens? Jesu Liebe geht weiter – auch heute!

Jonny Opdenplatz

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