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Berichte: Jugendwochenende in Büdingen 2014

Schon zum vierten Mal verbrachten die Jugendlichen des Bezirks Wiesbaden ein Wochenende zusammen. Diesmal ging es vom 04. – 06. Juli 2014 nach Büdingen. Dabei wurde ganz klar deutlich: Du bist nicht allein!

Schon zum vierten Mal. Das hört sich erst einmal nach einer schnöden Wiederholungsreihe an; ist es aber ganz und gar nicht. Wie jedes Jahr konnte man sich aus bei diesem Mal sicher sein, dass man unmittelbar nach dem Jugendwochenende des Bezirks Wiesbaden, das dieses Jahr in der Jugendherberge Büdingen stattfand, einige Facebook-Einträge lesen wird, deren Inhalt auf ein unfassbares Zusammensein, eine emotionale Stimmung, kurz gesagt: auf ein unvergessliches Wochenende schließen lassen, verbunden mit der Vorfreude auf das nächste Jahr. Diese Begeisterung, die natürlich nicht nur das soziale Netzwerk prägte, sondern vor allem in den Gesichtern der Teilnehmer am Ende der drei Tage zu sehen war, hat sicherlich irgendwo einen Ursprung. Das Wochenende hatte im Vorhinein ein Motto bekommen. „Du bist nicht allein!“ Auch wenn man diesen einen Satz als Motto in gesprochener Form gar nicht richtig wahrgenommen hat, so hat man doch in jeder einzelnen Sekunde gespürt, dass er zutrifft und dass er dieses Zusammensein der rund 110 Jugendlichen und Betreuern perfekt beschreibt. Nachdem am Freitagabend nach und nach alle angekommen sind und sich über den Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Halbfinale gefreut haben, versammelte man sich zum ersten Mal gemeinsam in einem großen Kreis auf einer Wiese vor der Jugendherberge. Schon zu diesem Zeitpunkt, wenn man sich diesen Kreis mit den bekannten und noch völlig unbekannten Gesichtern angeschaut hat, konnte man sich bereits überwältigen lassen von der großen Gemeinschaft, die für jeden einen Platz bietet und jeden einzelnen mit in den riesigen Kreis aufnimmt. Später am Abend fand dieses Gemeinschaftsgefühl einen ersten Höhepunkt, als das gemeinsame Anfeuern der Teilnehmer des Armdrück-Wettbewerbs die Tiere des umliegenden Waldes bei ihrer nächtlichen Ruhe störte. Auch die Vorbereitung des Gottesdienstes, der am Sonntagmorgen gehalten wurde, erfolgte in gemeinschaftlicher Arbeit am Samstagnachmittag. So gab es verschiedene Gruppen, die sich jeweils mit dem Aufbau des Gottesdienstraumes und der Technik, dem Altarschmuck und der Vorbereitung der Mitternachtsandacht beschäftigt haben. Außerdem probten Chor und Orchester, um sich auf das musikalische Programm des Gottesdienstes einzustimmen.

Der Satz „Du bist nicht allein!“ hat eine vielfache Dimension. Zu einer besagten Gemeinschaft gehören immer mehrere Personen. So ist das auch in unserer Kirche der Fall. Es liegt auf der Hand, dass es in Gemeinschaften manchmal auch zu Meinungsverschiedenheiten und Konflikten kommt; davor bleibt auch eine christliche Kirche nicht verschont. Wie man mit Konflikten innerhalb unserer Kirche umgeht, thematisierte der Workshop „Und dann hat’s geknallt – Konflikte in der Gemeinde“, der am Samstag von Jasmin Hiller und Benny Müller geleitet wurde. Eine weitere Dimension des Mottos findet sich im Entschlafenenwesen wieder, dass bereits verstorbene Seelen in die Gemeinschaft der neuapostolischen Christen auf der Erde mit einschließt. Mit diesem Teil der Neuapostolischen Lehre beschäftigte sich ein zweiter Workshop, der von Lisa Schwerdtfeger und Marcel Henn, sowie von Manfred Milz durchgeführt wurde. Inhaltlich bildete er die perfekte Vorbereitung auf den Gottesdienst am Sonntagmorgen, denn erstmalig bei einem Jugendwochenende erlebten die Jugendlichen an diesem Wochenende einen gemeinsamen Gottesdienst zum Gedenken an die Entschlafenen. Um sich in besonderer Weise auf diesen Gottesdienst einzustimmen, fand am Samstagabend eine Mitternachtsandacht statt. In den Jahren zuvor versammelten sich alle Jugendlichen gemeinsam mit den Betreuern um ein Lagerfeuer; dieses Mal rückten alle etwas enger zusammen und trafen sich im Flur der Jugendherberge. In der Mitte des Raumes stand ein Tisch, um den sich alle herum stellten. Auf dem Tisch brannten kleine Teelichter und das Orchester schaffte mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ zunächst einmal eine ruhige und geborgene Atmosphäre, die jedem einzelnen die Möglichkeit gab, sich mit Gott und nahestehenden Verstorbenen in Gedanken zu verbinden. Unter der Überschrift „Bete für mich!“ wurden nun Texte vorgelesen, die Vergessenen und Unbekannten gedenken sollten, die in ihrem Leben keine Bindung mit Gott und Jesus Christus eingehen konnten, obwohl sie vielleicht das Verlangen danach gehabt hätten. Danach hatten die Teilnehmer selbst die Möglichkeit, eine Kerze für verstorbene Seelen anzuzünden und zu erzählen, für wen dieses Licht leuchtet. Bezeichnend hierbei war die Offenheit, in der jeder einzelne im Zusammenhang mit dem angezündeten Licht über das Verhältnis zwischen den Verstorbenen und sich selbst geredet hat. Bewegende Erlebnisse wurden hier geteilt, Freude und Trauer wurde gemeinsam verarbeitet. Als ‘Soul-Sharing‘ bezeichnete Evangelist Laux diese intimen Momente später; was wieder einmal so viel heißt wie: „Du bist nicht allein!“

Am Sonntag wurden auf der ganzen Welt Gottesdienste für Entschlafenen gehalten. So auch, wie bereits erwähnt, bei diesem Jugendwochenende. Bezirksevangelist Schuran hielt den Gottesdienst, dem ein Bibelwort aus Johannes 13,7 zugrunde lag: “Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ In seiner Predigt erklärte er zunächst den Begriff des ewigen Lebens und betonte, dass nicht die Unsterblichkeit der Seele das ewige Leben sei, sondern die ewige Gemeinschaft mit Gott. Um zu dieser zu gelangen, müsse man die Sünde überwinden, da sie von Gott trennt. Dies gelte sowohl für Lebende als auch für Tote. Eine weitere Grundvoraussetzung für dieses ewige Leben sei der Glaube an Gott, der sich in seiner Liebe den Toten und den Lebenden zu wendet, sich in seinem Wort offenbart und Jesus Christus gesandt hat, um Gnade und Sakramente zu stiften. Um dies zu erkennen, muss man zuerst glauben. Aus dem Leben im Glauben kommt das Erkennen, so der Bezirksevangelist. Die Möglichkeit Gott als Vater und Jesus Christus als Erlöser zu erkennen, ist für uns und die Entschlafenen gegeben. In den Predigtbeiträgen wurde diesbezüglich die Wichtigkeit unserer Mithilfe unterstrichen, da unser Gedenken und unsere Gebete eine wertvolle Hilfestellung zur Erkenntnis der Entschlafenen sein können und somit Wegweiser zum ewigen Leben darstellen. Immer wieder wurde diesbezüglich auf die Mitternachtsandacht verwiesen. Nur wenige Stunden zuvor wurde hier in gemeinschaftlicher Arbeit sowohl an Nahestehende gedacht, als auch an solche, an die vielleicht sonst keiner mehr denkt und mit ihnen das Motto geteilt: „Du bist nicht allein!“ In Bezug auf diese emotionalen Momente des Vorabends, die bei vielen Teilnehmern Trauer im Gedenken an Verstorbene ausgelöst haben, fand Bezirkevangelist Schuran in seiner Predigt immer wieder tröstende Worte, indem er die Bedeutung des Entschlafenengottesdienstes ganz klar herausstellte und betonte, dass es ein Freudenfest sei, da diese Seelen durch unsere Mithilfe das ewige Leben erlangen können und es ein Wiedersehen geben wird, wenn wir zusammen in der ewigen Gemeinschaft mit Gott und Jesus Christus leben.

Der Gottesdienst bildete den Abschluss des Wochenendes. Was vor dem Heimweg natürlich nicht fehlen durfte, war das obligatorische Gruppenbild. Auf den ersten Blick sieht man eine große Gruppe Jugendlicher. Dann erkennt man vielleicht das ein oder andere bekannte Gesicht und plötzlich merkst du, das sind über 100 junge Christen, die sich mit dir einen Glauben teilen, die zusammen mit dir deinen Glaubensweg gehen und dich begleiten, für dich beten und jederzeit für dich da sind und du sagst zu dir selbst: Ich bin nicht allein.

Jan Erik Brunschede

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